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Ruf an und Spar


VS ermittelt in Sachen K1 Kiener und Frerichs: Originalunterlagen eines Informanten führen auf die Spur der veruntreuten Gelder




Die Schaltzentrale eines der größten Anlage-Flops Europas befand sich in Palma 

HINTERGRUND


Helmut Kiener hat seit Mitte der 90er Jahre ein Vertriebssystem mit Hunderten Maklern aufgebaut und überzeugte mit seinen Wunder-Fonds schließlich nicht nur Kleinanleger,
sondern auch Großbanken. Die angeblich sicheren Renditen von im Schnitt 18 Prozent pro Jahr sollte das
halbautomatisierte "K1 Fund Allocation System" garantieren, mit dem die richtigen Hedgefonds ausgewählt werden sollten.
Die Finanzaufsicht untersagte mehrfach den Verkauf, auch nachdem das Geschäft ab 2003 über die British Virgin Islands lief.
Doch die Anwälte legten Widerspruch ein. Glaubwürdigkeit erhielt das System nicht nur durch das Auftreten des studierten Psychologen K. und seiner "operettenhaften" ("Stern") Prospekte sondern etwa auch dadurch, dass sich die Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers um die Buchhaltung kümmerte - nicht aber um die Revision. Bis zuletzt hatte offenbar niemand Einblick ins Anlagegeschäft.


DAS SYSTEM MIT DER SUPER-RENDITE
Mallorca Zeitung - Nr. 523 -
13. Mai 2010 
MALLORCA 

Von
Frank Feldmeier


Die Spur der Millionen führt in Palmas Altstadt. Dort, in bester Lage gegenüber dem Rathaus, hatte Dieter F. Büroräume angemietet, wie die Geschäftsführerin eines Büro-Vermieters bestätigt: "Er war Kunde bei uns, von 2005 bis Ende 2009." Dann wurde von einem Tag auf den anderen das Büro geräumt - rechtzeitig, bevor die Polizei für eine Hausdurchsuchung anklopfte. "Ich wurde besucht", formuliert es die Deutsche, "aber es waren keine Unterlagen mehr hier." Das Büro war offenbar die Schaltzentrale eines mutmaßlichen Finanzbetrugs gigantischer Dimensionen, bei dem weltweit rund 10.000 Anleger um eine halbe Milliarde Euro gebracht worden sein sollen, wie die Zeitschrift "Stern" in ihrer Ausgabe vom 13. Mai berichtet. Im Zentrum stehen der Aschaffenburger Hedgefonds- Manager Helmut K., der seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, sowie sein Geschäftsführer Dieter F., der am 13. April auf Antrag der deutschen Behörden auf Mallorca verhaftet wurde (MZ berichtete). In der Sache ermittelt die Staatsanwaltschaft Würzburg. Helmut K. hat nach deren Erkenntnissen mit seinem Anlagefonds "K1 Global Sub Trust" ein "Schneeballsystemohne Gewinnerzielungsabsicht" betrieben. Die Anlagegesellschaften K1 Global Limited und K1 Invest Limited, deren Geschäftsführer der auf Mallorca lebende Dieter F. war, unterhielten ihren Sitz auf den British Virgin Islands. Wer jedoch die Telefonnummer wählte, landete nicht im karibischen Steuerparadies, sondern auf Mallorca. Auch wenn Dieter F. beständig Briefe und Faxe in alle Welt mit "Tortola, den ..." unterschrieb, befand er sich in Wahrheit auf der Balearen-Insel. Wie der> "Stern" berichtet, war auch das Telefon einer in München angegebenen Kontaktadresse auf die Insel umgeleitet. Man habe sich im Auftrag der Firma am Telefon mit "K1 Global" gemeldet, bestätigt die Geschäftsführerin in dem Bürozentrum.
Sie will mit der Sache nicht mehr in Verbindung gebracht werden. "Zum Schluss waren es sehr viele Anrufer. Aber da konnten wir auch nicht mehr helfen." Denn auch wenn die beiden mutmaßlichen Millionenbetrüger gefasst sind, wird weiter über den Verbleib der Investitionen gerätselt. Die inzwischen eingesetzten Insolvenzverwalter sind bei der Suche nach Vermögenswerten bislang nicht fündig geworden. Gegen Dieter F. werde in diesem Zusammenhang wegen Betrugs ermittelt, wie Staatsanwalt Dieter Geuder in Würzburg bestätigt. Der Festgenommene sei bislang noch nicht an Deutschland ausgeliefert. Aber es sei davon auszugehen, dass dies nur eine Frage der Zeit sei. Dieter F. befindet sich jedoch seit vergangener Woche wieder auf freiem Fuß, wie sein Anwalt Eugenio Martín Vidal in Palma gegenüber der MZ bestätigt. Er erklärt "gesetzlich festgelegte Umstände" und lässt damit offen, ob der Gesundheitszustand oder etwa eine Kautionszahlung die Freilassung ermöglichten. Das Auslieferungsverfahren laufe derzeit noch. Sein Mandant erkläre sich im übrigen für unschuldig. Bei der Frage nach dem Verbleib des Geldes verweise F. auf die Finanzkrise und die Lehman-Pleite, in deren Folge die Hedgefonds stark verloren hätten.

Die Nationalpolizei hatte F. in Palmas Viertel Cala Major gefasst. Dort beschreiben die Nachbarn den heute 72-Jährigen als Gentleman und hochgewachsenen Mann mit guten Spanischkenntnissen. In den 70er Jahren hatte sich der gelernte Hotelkaufmann nach Informationen des "Stern" als Gastronom in der Münchner Schickeria versucht, in den 80er Jahren dann als Immobilienmakler auf Ibiza. Dort saß er 1986 zum ersten Mal in Untersuchungshaft. Der Verdacht: Er soll Fincas an mehrere Kunden gleichzeitig verkauft haben. Die Ermittlungen endeten ohne Ergebnis. In den 90er Jahren schwenkte Dieter F., der auch Resident im Steuerparadies Gibraltar ist, auf Finanzen um und wurde Geschäftspartner von Helmut K. Von Palma aus wurden weltweit Millionen transferiert - Monaco, Holland, die USA, Deutschland, Bermudas oder die Schweiz waren einige der Stationen, wie aus Unterlagen der aus dem Büro in Palma geschafften Kisten hervorgeht. Ordentliche Summen flossen zudem in Form von Gebühren auf die eigenen Konten der beiden Manager, laut "Stern" Zehntausende Euro pro Monat. Dieter F. gönnte sich auf Mallorca einen großen Fuhrpark und eine Villa mit Meerblick - behielt aber ansonsten Bodenhaftung. Er war Stammgast in einfachen Lokalen in Cala Major. Helmut K., der frühere Anzeigenvertreter, startete derweilen durch: Er kaufte eine 23 Millionen-Dollar-Villa mit Meerblick in Florida, weitere Millionen steckte er in einen Hubschrauber und zwei Flugzeuge. Jetzt wartet er in U-Haft auf seinen Prozess - und so mancher Kleinsparer auf sein Geld.


Nachdem umfangreiches Material sichergestellt werden konnte  kooperiert der Verbraucherschutz Spanien mit einer der führenden Kanzleien im Kapitalanlegerschutz und der Staatsanwaltschaft Würzburg. Geschädigte könnten unter nachstehender E-Mail Informationen anfordern 

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